Von der Schraube zum fertigen Objekt

Wie ein Objekt entsteht:

1. Möglichkeit: Ich habe eine Idee und suche die passenden Teile zusammen.

2. Möglichkeit: Ich habe plötzlich ein Teil in den Händen, welches mir "sagt" wo es gerne hingehören möchte.

 

Wenn die Idee für ein Objekt entstanden ist, habe ich Aussehen und Grösse genau in meinem Kopf. Davon weiche ich nie ab. Deshalb dauert es oft Jahre bis ich alle erforderlichen Teile zusammengetragen habe und ein Objekt fertig ist.

Erst wenn mein Bild im Kopf mit den vor mir liegenden Teilen übereinstimmt, beginne ich das ganze zusammen zu schweissen.


Oft weiss ich schon nach kurzer Zeit, ob das Objekt meinen Vorstellungen entsprechen wird oder nicht. "Blindgänger" landen dann oft auf einem Regal und werden nie fertig gestellt.

Ist ein Objekt fertig geschweisst, wird es noch mit Klarlack besprüht und ist dann fertig für die Ausstellung.

 
Woher kommt das Material:

Ein Objekt zu machen ist eine Sache, das richtige Material, die richtigen Teile zu bekommen, eine ganz andere.

Ich suche Altmetall-Sammelstellen ab und viele meiner Kollegen sammeln für mich Einzelteile, z.B. in ihrer Firma, oder sie finden was beim Keller aufräumen. Oft werden mir ganze Fahrzeuge angeboten, was mir jedoch nicht viel bringt, da ich nur Teile aus dem Motor gebrauchen kann.
Auch verschiedene mechanische Apparate wie Nähmaschinen, Schreibmaschinen, Aktenschredder, etc. werden von mir verwertet.
 

Ich zerlege die Motoren und Apparate in Einzelteile und sortiere alles aus, was ich gebrauchen kann. Alles Unbrauchbare wie Altöl, Motorengehäuse, Kunststoffteile, Elektronik, etc. entsorge ich wieder.

Die brauchbaren Teile werden gereinigt, nach Form und Grösse sortiert und anschliessend eingelagert.

 
Geschichten rund ums Altmetall:

Beim Zerlegen von Motoren und Maschinen bin ich jedesmal gespannt, welche Geschichten mir die Teile erzählen. Ich erfahre viel über die ehemaligen Besitzer oder Benutzer und wie sie die Motoren gepflegt und gebraucht haben. Da finde ich angefressene Lagerstellen oder Nockenwellen, die kaum noch Nocken aufweisen, gebrochene Pleuel, Löcher in Kolben vor Hitze eingeschmolzen... Nun, die Liste ist lang, sehr lang.
Oft erzählen mir die Besitzer ihre Geschichte, wenn sie mir defektes Material bringen.

All diese Geschichten und Anekdoten versuche ich in meine Objekte einzubringen.

Ich habe noch einen 3 Zylinder-Automotor, von dem mir der Besitzer folgende Geschichte erzählte:
Auf der Fahrt zur Fahrzeugprüfung habe der Motor plötzlich fürchterlichen Lärm gemacht. Als jedoch der Experte den Motor startete, habe dieser geschnurrt wie ein Kätzchen. Auf der Heimfahrt sei der Wagen dann liegen geblieben...

Natürlich gibt es auch Material, zu dem ich einen persönlichen Bezug habe. Da ist z.B. der Zylinder, mit welchem ich die Scooter-Trophy gewonnen habe. Den habe ich in einer Harley verewigt.  Oder die Armbanduhr meiner Frau, welche nun den Heizkessel einer Dampflock ziert.

Es kommt auch vor, dass ich einen Auftrag bekomme von Leuten, die mir Material bringen (eigenes Material mit Geschichte dazu). Dann versuche ich natürlich diese Teile ins Objekt einzubeziehen. Dadurch hat der Kunde einen sehr persönlichen Bezug zu seinem Objekt.